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Was ist das Kompetenznetz ADHS?

Beim ADHS Kompetenznetzwerk für Erwachsene handelt es sich um einen Zusammenschluss von verschiedenen universitären Zentren mit niedergelassenen Kollegen, die sich mit der Diagnostik und Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter befassen. Die Gründung fand im Jahr 2004 statt. Sprecher des Netzwerkes ist Professor Dr. Michael Rösler, Direktor des Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.

Das Kompetenznetz erhielt 2006 den ADHS-Förderpreis, mit dem die Firma UCB jedes Fahr innovative Modellprojekte in Deutschland auszeichnet, die zu einer verbesserten Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen mit ADHS beitragen.

 

Wer gehört zum Kompetenznetz ADHS?
Bisher arbeiten neben dem Neurozentrum des Universitätsklinikums des Saarlandes die Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitäten Basel, Charité Berlin, Essen, Freiburg, LMU München, Regensburg, Rostock, Würzburg, Zürich und das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim im ADHS-Netzwerk mit. Hinzu kommt eine Reihe niedergelassener Ärzte.

 

Was macht das ADHS-Netzwerk?
  Die Teilnehmer des Netzwerkes erarbeiten geeignete Instrumente zur speziellen ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen. Da die vorliegenden psychopathologischen Ratingskalen für ADHS fast ausschließlich aus dem amerikanischen Sprachraum stammen, ist es Ziel des Netzwerks, für die verschiedenen Diagnostikbereiche für den deutschen Sprachraum geeignete Verfahren zu entwickeln, zu adaptieren und zu validieren. Eine derzeit laufende Netzwerkstudie mit 200 Betroffenen hat bereits erste Ergebnisse zur ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen geliefert.

In den Fachambulanzen der Netzwerkteilnehmer werden viele Patienten behandelt. Diese Zentren haben wegen ihrer seit Jahren bekannten besonderen Qualifikation eine überregionale Bedeutung. Vielfach erfolgt die Vorstellung in den Netzwerkzentren mit dem ausdrücklichen Wunsch eine geeignete Therapieempfehlung zu formulieren.

Das Netzwerk unterstützt die Entwicklung geeigneter psychotherapeutischer und pharmakologischer Behandlungsmethoden bei ADHS. Die aktuelle Situation in der Bundesrepublik Deutschland ist gekennzeichnet durch das Fehlen zugelassener Medikamente.

Auch gibt es bisher keine ausreichend validierten Psychotherapien für den Erwachsenenbereich. Das Netzwerk unterstützt praktisch und klinisch arbeitende Kollegen. Es werden Kurse und Seminare angeboten, in denen Coaching Strategien vermittelt und die Grundprinzipien pharmakologischer Therapien bei ADHS erläutert werden. Die Netzwerkmitglieder beteiligen sich an pharmakologischen Studien, die der Zulassung geeigneter Medikamente für die Therapie der adulten ADHS dienen.

 

Interessante links

ADHS-Deutschland e.V.

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

World Federation ADHD

Zentrales ADHS-Netz